Der ostbelgische Europaabgeordnete Pascal Arimont, Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Zivilschutz und Krisenmanagement“ im Europäischen Parlament, hat heute eine Sondersitzung zur kürzlich erfolgten Aktivierung des EU-Zivilschutz-Mechanismus im Zusammenhang mit dem Hantavirus-Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffes MV Hondius organisiert. Im Mittelpunkt des Austausch stand die koordinierte europäische Reaktion auf die Lage, insbesondere die medizinische Evakuierung von Passagieren und Besatzungsmitgliedern von Teneriffa aus. Als Experte nahm der spanische Staatssekretär für Gesundheit Javier Padilla Bernáldez an der Sondersitzung teil, um über die Rolle der spanischen Behörden und die praktische Umsetzung der Evakuierungsmaßnahmen zu berichten.

Spanien hatte am 6. Mai den EU-Zivilschutzmechanismus aktiviert, um die sichere und abgestimmte Rückführung betroffener Passagiere und Besatzungsmitglieder zu ermöglichen, nachdem am gleichen Tag die Krankheit als Ausbruch des Hantavirus identifiziert worden war. Über das Europäische Krisenreaktionszentrum ERCC in Brüssel wurden in den folgenden Stunden und Tagen die Mitgliedstaaten, die Weltgesundheitsorganisation sowie die zuständigen EU-Dienste (darunter auch das Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten, ECDC) koordiniert. Im Rahmen des Mechanismus wurden unter anderem Ambulanzkapazitäten vorsorglich nach Teneriffa verlegt und europäische Expertenteams vor Ort eingesetzt, ehe die Passagiere in Quarantäne gebracht wurden und unter Achtung höchster Sicherheitsstandards zwischen dem 8. und 10. Mai mehrere Evakuierungsflüge organisiert wurden.

„Diese Situation zeigt sehr konkret, welchen Mehrwert der EU-Zivilschutzmechanismus in der Praxis hat: Wenn eine Lage mehrere Staaten betrifft und schnelle Koordinierung notwendig ist, kann Europa gezielt unterstützen“, erklärte Arimont. „Es geht dabei nicht um Alarmismus, sondern um handlungsfähige Strukturen, klare Zuständigkeiten und europäische Solidarität, wenn sie gebraucht wird. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit und dem Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligter konnte die akute Situation durch den EU-Zivilschutzmechanismus innerhalb weniger Tage zwischen dem 6. und 10. Mai kontrolliert gelöst werden.“

Der EU-Zivilschutzmechanismus unterstützt Mitgliedstaaten und teilnehmende Staaten bei Naturkatastrophen, Gesundheitslagen und anderen Krisen, wenn nationale Kapazitäten ergänzt oder grenzüberschreitende Abstimmung erforderlich werden. Die aktuelle Lage rund um die MV Hondius verdeutlicht nach Ansicht Arimonts, wie wichtig funktionierende Kommunikationswege, gemeinsame Lagebilder und rasch verfügbare Transport- und medizinische Kapazitäten sind.

Der ostbelgische EU-Abgeordnete ist Verhandlungsführer der Europäischen Volkspartei (EVP) für die laufende Überarbeitung des EU-Zivilschutzmechanismus. Die Erkenntnisse aus konkreten Einsätzen wie diesem werden daher auch in die weiteren parlamentarischen Beratungen einfließen. „Die Ausführungen des spanischen Staatssekretärs bekräftigen mich in der Auffassung, dass eine koordinierte und gemeinsame Reaktion die beste Antwort auf solche Herausforderungen ist”, so Arimont abschließend.