Vom 12. bis 14. November fanden auf dem Messegelände in Ciney die so genannten „Startech’s Days 2023“ mit den Wettbewerben der „World Skills Belgium“ statt – auch in diesem Jahr mit starker ostbelgischer Beteiligung. Insgesamt stellten sich Lehrlinge in 28 Berufssparten den belgischen Berufsmeisterschaften. Der ostbelgische EU-Abgeordnete Pascal Arimont machte sich vor Ort ein Bild und zeigt sich begeistert: „Was die jungen Leute hier in vielen Disziplinen zeigen, ist wirklich beeindruckend! Diese Messe ist in Muss für die ostbelgischen Schulen, weil wahrscheinlich auf keiner anderen Messe auf so engem Raum so viele verschiedene Berufsperspektiven auf einmal präsentiert werden. Wer hier antritt, macht Werbung für seinen gesamten Berufsstand. Ich hielte es für wichtig, dass Grundschulen oder die ersten beiden Jahrgänge des Sekundarunterrichts zur Orientierung einen halben Tag auf dieser Berufsmesse verbringen würden. Veranstaltungen wie diese, die für das Handwerk begeistern, sind in meinen Augen ein ganz wichtiger Baustein im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Positiv ist, dass all das durch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds möglich gemacht wird“.
Pascal Arimont konnte auf Einladung des Büllinger Bäckermeisters Thomas Mertens einen Blick hinter die Kulissen der Wettbewerbe werfen. Thomas Mertens zeichnet sich als Jury-Präsident im Bereich „Bäckerei“ für die Bewertung der jungen Wettbewerbsteilnehmer verantwortlich. Für den 40-Jährigen sind die „World Skills“ bereits seit einigen Jahren Passion. Er war als Juror und Delegationsleiter bei verschiedenen belgischen und europäischen Wettbewerben dabei und fungiert heute quasi als Nationaltrainer in der Bäckersparte – eine Aufgabe, für die er sich durch seine Erfahrung in Beruf, Pädagogik und durch seine Mehrsprachigkeit qualifiziert hat. „Die World Skills sind für alle Handwerksberufe eine perfekte Werbeplattform. Darum stecke ich persönlich gerne sehr viel Zeit in die Organisation und Vorbereitung der Wettbewerbe. Viele sprechen über den Fachkräftemangel, wir versuchen durch die Teilnahme an dieser Messe und den Wettbewerben etwas Konkretes zu tun. Und wir spüren, dass das bei den Jugendlichen ankommt. Denn nichts ist begeisternder, als ganz konkret zu sehen und zu erfahren, was zu so einem Handwerksberuf dazugehört und an welchen Leistungen man sich orientieren kann. Hier wird vielen jungen Menschen zum ersten Mal klar, dass das Handwerk tatsächlich eine Karriere mit vielfältigen Entfaltungsmöglichkeiten ist. Darum ist für mich die Teilnahme hier fast unverzichtbar“, so Mertens. Unter den Gewinnern der „World Skills Belgium“ werden die Teilnehmer der „World Skills“-Weltmeisterschaften ausgesucht, die im kommenden Jahr vom 10.-15. September in Lyon stattfinden werden.
Die Vertretung der ostbelgischen Lehrlinge war in diesem Jahr besonders stark in der Sparte der Elektroinstallateure. Hier stellten sich der 23-jährige Leon Brandt von der Firma „Elektro Hick“ aus Raeren und der 17-jährige Borner Fabrice Huppertz von der Rechter Firma ETP dem Wettbewerb. Konkret mussten die Teilnehmer innerhalb von 17 Stunden u.a. eine automatisierte Motorensteuerung installieren und eine KNX-Programmierung vornehmen. Wettbewerbsteilnehmer Fabrice Huppertz aus Born betonte die positiven Effekte des Wettbewerbs: „Durch die Teilnahme konnten wir uns die Kompetenzen des Programmierens von KNX-Systemen und Siemens-Steuerungen aneignen und haben gelernt, unter Druck ruhig und konzentriert zu arbeiten. Auch die französische Sprache war eine weitere Herausforderung bei diesem Wettbewerb“. Leon Brandt pflichtet ihm bei: „Bei der Aufgabenstellung im Finale mussten wir unser Wissen, unsere schnelle und saubere Arbeit unter Beweis stellen und dabei stets einen kühlen Kopf bewahren. Die Teilnahme hier sehe ich als Bereicherung meiner beruflichen Laufbahn an“. Das sehen die Arbeitgeber und Lehrmeister der beiden Lehrlinge genauso. „Die Teilnahme der Lehrlinge an diesem Wettbewerb stärkt den Teamgeist, fördert Kompetenzen sowie Fachwissen und verbessert die Qualität der Arbeit“, so Markus Hick, der Chef von Leon Brandt. Auch Cédric Peters von ETP ist ein Überzeugungstäter: „Ich begleite den Wettbewerb von Anfang an, unterstütze unsere Lehrlinge hier mit voller Kraft und bin sehr stolz auf die Leistung, die Fabrice hier gezeigt hat. Eigentlich müsste Ostbelgien noch deutlich mehr Präsenz auf dieser Veranstaltung zeigen, um Werbung fürs Handwerk zu machen. Schließlich ist die Qualität der ostbelgischen Handwerker in anderen Teilen des Landes bekannt.“ Patrick Orlamunder, Lehrer 2. Lehrjahr Elektriker am ZAWM, war ebenfalls vor Ort und bestätigte, dass die ostbelgischen Schüler in jedem Jahr motiviert mit dabei sind. Das spiegelte sich auch in den diesjährigen Ergebnissen wider: Bei den Elektrikern landeten Leon Brandt auf dem ersten und Fabrice Huppertz auf dem zweiten Platz der Landesmeisterschaften.